Darum geht die Debatte


"Heute verdient ein Top-Manager in der Schweiz im Schnitt 56 Mal mehr als sein/e Mitarbeiter/in mit dem kleinsten Einkommen. Um das gemeinsam zu ändern, haben wir JUSOs die 1:12-Initiative lanciert. Sie will, dass niemand in einem Jahr weniger verdient als der Top-Manager im gleichem in einem Monat. Ein Lohn in einem Unternehmen darf künftig nicht mehr als 12 Mal höher als ein anderer sein .

Mit der 1:12-Initiative schaffen wir gerechte Löhne und verhindern, dass sich die Manager immer mehr vom Kuchen nehmen. Wir stoppen Abzocker, damit die Löhne aller Mitarbeiter/innen wieder steigen. Und wir geben mit der 1:12-Initiative dem Volk die Chance, für faire Spielregeln zu sorgen – die auch für Manager gelten."

Quelle: JUSO Schweiz / David Gallusser

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Ich denke es ist an der Zeit das Thema Lohngerechtigkeit auf die politische Agenda zu setzen.
Darum finde ich die Initiative der JungsozialistInnen grundsätzlich gut. Was ich aber bemängle, ist die Verhinderung von gewissen Innovationen: Ein Verbot ist meistens dazu da eine schlimme Entwicklung oder eine Entwicklung die der Mehrheit der StimmbürgerInnen nicht passt als gesetzeswidrig zu erklären und dementsprechend zu unterbinden. Wäre es nicht sinnvoller eine andere Politikmassnahme, wie beispielsweise eine positive Anreizsteuerung:
Je grösser die Lohnschere, desto höher der Steuersatz. Umgekehrt würde dies bedeuten je tiefer die Lohnschere, desto tiefer die Steuer. Dies würde dazu führen, dass einerseits Unternehmen steuertechnische Anreize haben die Lohnschere zu minimieren und andererseits Gratiswerbung für ein Unternehmen ist sich als sozialer Arbeitsgeber zu präsentieren.
6 Kommentare
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Aus meiner Sicht kann man einen Unternehmer nicht dazu zwingen eine soziale Lohnpolitik zu führen. Was man hingegen kann, ist den Aktionären mehr Mitsprache bei den Löhnen der Chefs zu geben.

Man soll keine Unternehmen steuerlich belasten, jedoch muss man die soziale Verantwortung bei Ihnen einfordern.

Wenn dies nicht gelingt, ist es nur eine Konsequenz, dass die Abstimmung angenommen wird.

Denn unter uns gesagt, ist kein Mensch 50x oder 100x mehr Wert als eine anderer. Er kann auch niemals soviel arbeiten.
Marcel Gygax - Kandidiert für den Grossrat Bern, JCVP 14. Dezember 2009 Verstoss melden
Ich finde die Idee mit den steuertechnischen Anreizen bzw. Sanktionen sehr gut. Und viel eher in der Schweiz durchsetzbar. Leider ist die Konsequenz, dass die Abstimmung angenommen wird, wenn man nicht auf anderem Wege soziale Verantwortung einholen kann, überhaupt nicht absehbar. Im Gegenteil: Die Bürgerlichen werden gegen die Initiative wettern, was das Zeug hält. Ein konstruktiver Gegenvorschlag durch Steueranreize bei gemässigen Lohnverhältnissen in einem Betrieb wäre mehrheitsfähiger.
Dominique Fischer 17. Dezember 2009 Verstoss melden
Ich begrüsse die Idee einer Anreizwirkung.
Allerdings hat eine Steuerbegünstigung zur Folge, dass insbesondere kleine Unternehmen davon profitieren können/wollen, wo das Problem weniger vorhanden ist.

Das Problem ist insbesondere bei Grosskonzernen vorhanden, die dann noch mehr Vorteile sehen, wenn der Firmensitz ins Ausland verlegt wird, wo keine 1:12 Regelung besteht und zum anderen unter Umständen trotzdem eine Steuerbegünstigung erreicht werden kann.
Matthias Gautschi - kandidiert für Grossrat Bern, EVP 8. Februar 2010 Verstoss melden
Wunderschön die Idee mit einer höheren Besteuerung, aber dafür müssen wir zuerst einmal dafür sorgen, dass Grossverdiener endlich ihre Steuern korrekt bezahlen, und zwar durch Abschaffung des Bank- bzw. Steuerhinterziehungsgeheimnisses.
Roland Näf - kandidiert für Grossrat Bern, SP 2. März 2010 Verstoss melden
Ich habe diesbezüglich eine Frage: wozu sind diese Boni überhaupt gut? Ich arbeite in einer Branche die vollkommen ohne das auskommt, und sie lebt trotz vieler Todesvorhersagen immer noch, sogar mehr denn je. Wozu diese unbestimmbare Variable? Boni sehe ich auch wirtschaftlich irgendwie fehl am Platz. Aber vielleicht fehlt mir eine andere Perspektive....?
Mé La - Piraten 2. März 2010 Verstoss melden
@ Matthias Gautschi: Ist es denn so falsch kleinere und mittlere Unternehmen zu entlasten?
Für kleinere und mittlere Unternehmen wäre eine solche Reform genau richtig und für grössere Unternehmen gäbe es Anreize zur Minimierung der Lohnschere!
Ich habe hier eine Idee hingeschrieben, welche nicht eine solche negative Wirkung hat wie die 1:12 Initiative, aber trotzdem zum annähernd gleichen Ergebnis führt. Eine Idee welche nicht marktschädlich ist aber trotzdem durch positive Anreizsteuerung Unternehmen dazu verleiten könnte, die Lohnschere zu minimieren. Man könnte ja den Status Quo der Unternehmensbesteuerung so belassen und zusätzlich ein Anreizsystem einführen, welches Unternehmen belohnt welche nicht eine grosse Lohnschere haben. Auf alle Fälle würden damit KMU entlastet und die grösseren Unternehmen hätten auch Anreize die Lohnschere zu minimieren, weil sie damit eine sehr grosse Steuereinsparung erreichen könnten.
Und zum Abwanderungsargument: Bei der 1:12 kann ich das Abwanderungsargument verstehen. Jedoch bei meinen Vorschlag sehe ich es nicht ein. Entwicklen sie doch diese Idee weiter!
Dimitri Buddeke 3. März 2010 Verstoss melden
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Die Jungsozialisten der Schweiz wagen als erste den definitiven Schritt gegen die horrenden Managerlöhne. Mit der 1:12 Initiative wollen sie den Grundsatz, dass der Höchstverdienende nicht mehr als das Zwölffache des Kleinstverdienenden innerhalb einer Unternehmung erhält, in der Schweizer Verfassung verankern.

Allem voran muss ich sagen, dass es mich freut, dass endlich eine Partei die Eier hat, den Halsabschneidern in den oberen Etagen die Kniekehlen durchzuschneiden…

Mittlerweile ist es ja so, dass die Topverdiener ihr Geld horten (durch den Kauf goldener Türklinken und Kunst) oder sie investieren ihr Geld in ausländische Firmen statt es in den Wirtschaftsstandort zu investieren der Ihnen ihren Reichtum erst möglich gemacht hat.

Nur wenige Meter daneben lebt dann der Mittelstand, der allmählich in die Armut abrutscht weil der Bund lieber die Mehrwertsteuer erhöht statt die Reichen zur Kasse zu bitten. Am liebsten würde der Bund ja die Mehrwertsteuer auch für die Rettung von Firmen erhöhen, deren Firmenbosse selbst wieder abkassieren wie als wären sie Halbgötter (siehe Leuenbergers Vorstoss zur SBB).

Aber wenn es nach den Reichen ginge, dann würde der Mittelstand ja auch viel weiter weg wohnen, am liebsten hätten sie ja ihre eigenen Villenzonen damit sie nicht mehr von den “normalen Menschen” “belästigt” werden. Das sei ein anderes Thema.

Dies nur kurz als Vorstoss um zu zeigen, welchen Leuten die JuSo den Hahn abdrehen will. Denn genau das ist der springende Punkt. Es geht hier nicht um Personen, die sich als Leute ” wie du und ich” sehen. Es sind Leute die es als gerechtfertigt betrachten 56mal soviel zu verdienen wie andere in ihrer Firma. Diese Leute haben keine Scham und sehen auch keinen Grund ihren Reichtum zu teilen. Wenn es nach denen geht, ist es ihr gutes Recht.

Worauf ich hinaus will? Ich will damit aufzeigen, dass wir es hier mit egozentrischen, eingebildeten und egomanen Selbstdarstellern zu tun haben, umgangssprachlich: Arschlöcher. Und eines haben diese Leute an sich: sie haben eine moralische Entschuldigung gefunden für ihr Verhalten. Wenn die 1:12 Initiative der JuSo nun angenommen wird, so ist damit zwar ein Gesetz geschaffen, doch die Moral dieser Leute ist dadurch längst noch nicht kuriert.

Die Topverdiener werden weiterhin versuchen ihren Reichtum aufrecht zu erhalten oder zu vermehren, und die 1:12 Initiative bietet ihnen dazu immer noch genügend Freiraum:

* sie werden die Bonusauszahlung um ein Vielfaches erhöhen um die Lohneinbusse auszugleichen
* sie werden den Lohn des Mindestverdienenden ihrer Unternehmung zwar erhöhen, doch die Lohnsteigerung innerhalb der Firma bleibt dann im Promillebereich, damit noch “genug” für die Oberste Kaste übrig bleibt, ergo: der Mittelstand bezahlt die Extravaganz der Reichen.
* oder was unserem Land bereits von einem Herr Vasella angedroht wurde: die CEOs werden einfach den “Wirtschaftsstandort wechseln” bzw. tausende Arbeitslose hier in der Schweiz zurücklassen um in einem unserer Nachbarländer weiter Abzocke zu betreiben.

Ich schliesse daraus:

Die Idee ist gut aber die Welt ist noch nicht bereit dafür.

Aus meiner Sicht ist di 1:12 Initiative ein guter Vorstoss, nur leider gibt es zuviele denen es offensichtlich egal ist, dass sie Schuld am Leid anderer sind. Aus meiner Sicht ist fehlen dieser Regulierung noch 2 relevante Komponenten:

1. die Bonusausschüttung muss ebenfalls reguliert werden
2. eine Partizipation durch den Grossteil aller Länder (besonders Entwicklungsländer) ist erforderlich – so utopisch es klingen mag.

Wenn die 1:12 Initiative durchkommt, wird die Schweiz zwar eine moralische Vorreiterrolle übernehmen – aber sie könnte auch mit wehenden Fahnen untergehen….
7 Kommentare
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Grundsätzlich bin ich der selben Meinung!
Doch du hast einen wichtigen Punkt übersehen.
Im Initiativtext steht:
1 Der höchste von einem Unternehmen bezahlte Lohn darf nicht höher sein als das Zwölffache des tiefsten vom gleichen Unternehmen bezahlten Lohnes. Als Lohn gilt die Summe aller Zuwendungen (Geld und Wert der Sach- und Dienstleistungen), welche im Zusammenhang mit einer Erwerbstätigkeit entrichtet werden.

Es steht klar: Als Lohn gilt die Summe aller Zuwendungen! Da sind alle Boni, alle Ferien auf Geschäftskosten und das Firemauto inbegriffen! DasProblem der horrenden Boni wäre gelöst.
Jonas Z 7. Dezember 2009 Verstoss melden
Ok, wenn der Terminus Lohn so ausgelegt sind, dann ist das immerhin schon mal ok, bleibt nur nochg das Problem der globalen Kooperation....
Mé La - Piraten 7. Dezember 2009 Verstoss melden
Ich war bei der Lancierung dabei, dieser Punkt gab da einiges zu Reden aber es ist ganz klar, dass das dazu gehört!

zur Globalen kooperation, daran können wir nicht wirklich viel beitragen. Aber insofern sehr viel in dem wir als gutes und funktionierendes Beispiel vorangehen und der Welt zeigen wie es geht und dass es geht! Dass es dann dem grossteil der Bevölkerung auf kosten einiger Wenigen besser geht!

Ein mächtiges Argument wird bei der Abstimmung sicherlich sein, dass die hohen Tiere (vasella, brabek, grübel und co) schon jetzt gedroht haben ihre Unternehmungen ins Ausland zu verlegen!

Das glaube ich dene aber einfach nicht! Die sind in der Schweiz viel zu gut verankert. Habe hunderte von Fabriken und Filealen hier sowie riesigi Hauptsitze (zB. das Gebäude von Nèstle in Vevey). Das würde sich nie rechnen eine ganze Schokoladefabrik oder ein ein ganzer Stadtteil aus Chemiefabriken ins ausland zu Zügeln.
Jonas Z 7. Dezember 2009 Verstoss melden
Ja, leider wirken Drohungen und Angstmacherei bei der Stimmbevölkerung und bei den Arbeitnehmern meistens, auch wenn sie nicht umgesetzt werden oder eintreffen. Das haben wir bei den Kriegsmaterialexporten gesehen. Ich unterstütze euer Anliegen sehr, wir brauchen endlich Verhältnismässigkeit bei den Löhnen. Ich denke aber, dass wir noch viel Überzeugungsarbeit leisten müssen beim Rest der Bevölkerung, dass diese sich einschüchter lassen durch solche feigen Wegzug- Argumenten. Ein erste Schritt ist in Zürich getan worden durch die Abschaffung der Pauschalsteuern...Die Initiative kommt vielleicht doch zur richtigen Zeit.
Dominique Fischer 11. Dezember 2009 Verstoss melden
ja vielleicht wird es wirklich Zeit das Risiko einzugehen diese Halsabschneider doch gehen zu lassen wenn sie denn überhaupt die Eier haben ihre Drohungen umzusetzen... Irgendwann muss ja auch mal ein Anfang gemacht werden
Mé La - Piraten 11. Dezember 2009 Verstoss melden
Sollte die 1:12-Initiative der JungsozialistInnen angenommen werden, dann ist es die Aufgabe des Parlaments entsprechende Gesetze auszuarbeiten die keine Schlupflöcher für Boni, Aktien und des Gleichen übrig lassen.

Wir sind jetzt bereit! Wenn nicht wir, wer dann? Die Abzocker machen weiter als wären wir nicht in einer Wirschaftskrise und als hätten wir nich pro Tag 160 Arbeislose mehr. Es muss endlich Schluss sein! Es muss Schluss damit sein das 3% der Bevölkerung 97% des Reichtums dieses Landes besitzen. Es muss Schluss sein, dass sich die Abzocker in den oberen Etagen Geld zu Schanzen und alle anderen leer Ausgehen. Und es muss Schluss sein mit der Verteilung von unten nach oben!

Gemeinsam für gerechte Löhne www.1-zu-12.ch
Andrea Arezina 14. Dezember 2009 Verstoss melden
Die Verweise auf Schwierigkeiten bei der Durchsetzung von 1:12 verkennen, dass es sich hier um eine Verfassungsänderung (Art. 110a) handelt. Mit welchen gesetzlichen Mittel dieser Zielforderung zum Durchbruch verholfen wird, ist damit noch offen. In der Schweiz haben bisher wenige Bedenken gehabt, Vorgaben in die Verfassung zu schreiben, deren Durchsetzung noch viel Denkarbeit braucht. Bitte, Minarett-Spezialisten, äussert euch besser nicht zur Umsetzungsproblematik!
Roland Näf - kandidiert für Grossrat Bern, SP 2. März 2010 Verstoss melden
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